Geduld Problem

Hallo liebes Team

ich (22) habe im Moment ein riesiges Geduld-Problem. Ich kann es kaum erwarten, den Führerschein zu machen, eine neue Ausbildung anzufangen, welche wirklich zu mir passt und schliesslich einfach Arbeiten zu können, um Geld zu verdienen und dann auswandern zu können. Ständig denke ich, warum ich nicht schon vor 2 oder mehr Jahren den Führerschein gemacht habe oder warum ich nicht einfach irgendeine Lehre nach der 9. Klasse angefangen habe (obwohl ich schon damals nicht wusste, was ich will) - es wäre jetzt alles so viel einfacher! Geld, ein Auto, Kapital um mir im Ausland etwas aufzubauen etc. könnten vorhanden sein. Es ist mir bewusst, dass ich dies alles nachholen kann und dass diese Entscheidungen in der Vergangenheit nicht rückgängig gemacht werden können, nur kann ich es nicht erwarten, bis dies endlich alles geregelt ist - ausserdem fehlt mir irgendwie die Motivation, mir eine Ausbildung zu suchen (welche ja dann auch wieder mehrere Jahre in Anspruch nimmt) und den Führerschein in Angriff zu nehmen, weil bis zum definitiven Ausweis dauert es ja auch nochmal ca. 4 Jahre plus eine Menge Geld.. ich weiss, sehr widersprüchlich! Einerseits all diese Ideen und Sehnsüchte, aber dann doch keine Motivation und keine Geduld... Es dauert einfach alles noch so schrecklich lange - dabei will ich so schnell wie möglich weg von hier! wie kann ich meine Gedanken so leiten, dass sie mir Geduld, Durchhaltevermögen und Zuversicht verschaffen?

Vielen Dank!

Belohnungen für jeden Schritt

Liebe Sandra

So widersprüchlich ist das Ganze gar nicht. Dem Menschen fällt es einfach schwer, auf etwas hinzuarbeiten, dessen Belohnung in weiter Ferne liegt. Auch wenn man etwas noch so fest will, wenn man erst in ein paar Jahren das gewünschte Ziel erreichen kann, ist es so schwierig sich tagtäglich dafür zu motivieren. Man will für seine Anstrengungen belohnt werden! Deshalb solltest Du Dir einen Plan machen: für jedes Deiner Ziele schreibst Du Dir auf, wie der Weg dorthin aussieht. Notiere Dir jeden noch so kleinen Schritt auf, der Dich zum Ziel führt. Als nächstes überlegst Du Dir zu jedem Schritt eine Belohnung. Im ersten Moment kommen einem vielleicht gar nicht so viele Belohnungen in den Sinn, doch beginne einfach mal separat eine Liste, was Dir alles eine Freude macht und was Dir gut tut und erweitere die Liste fortwährend. Das können grössere Sachen sein, die auch Geld kosten wie kleine Ferien oder neue Kleider, aber auch kleine wie eine Folge deiner aktuellen Serie, ein Nachmittag an der Sonne oder ein süsser Snack. So motiviert Dich bei jedem Schritt nicht nur das grosse Ziel in weiter Ferne, sondern die auch die kleinen, feinen Belohnungen im Alltag. Du siehst, Du musst nicht unbedingt geduldiger werden. Es ist okay, dass Du so bist wie Du bist und nun endlich raus in die Welt willst. Geduld kann man schlecht trainieren. Doch Du kannst lernen, Dich selber tagtäglich zu motivieren. Konzentrier Dich immer auf den einzelnen Schritt und belohne Dich nicht nur, sondern sei bewusst stolz darauf und auch dankbar, dass Du es geschafft hast. So wirst Du zufriedener und etwas  gelassener.

Ich wünsche Dir noch weiter viele Sehnsüchte, die Dich weiter bringen, aber auch, dass Du es schaffst stolz zu sein, auf alles, was du schon erreicht hast. Und jetzt mach Dir einen schönen Abend oder einen schönen Tag und geniesse ihn. Genau jetzt, in diesem Moment! Liebe Grüsse, Mika


Rubrik: Dies und Das

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