Ich glaube ich will nicht sterben, aber ich will auch nicht mehr leben.

Hallo Kopfhoch Team.

Ich habe lang überlegt, wie ich diesen Text beginnen soll, wie ich irgendwie erklären soll, was zurzeit in mir vorgeht, und ob es überhaupt eine gute Idee ist, mich an euch zu wenden. Ich bin normalerweise nicht die Person, die über ihre Probleme und Gefühle spricht, sondern eher versucht sie zurückzudrängen, zu ignorieren und zu verstecken. Aber genug davon, ich schreibe jetzt einfach mal drauflos und entschuldige mich schonmal im voraus dafür, wenn dieser Text sehr lang wird. Also. Irgendwie wächst mir in letzter Zeit alles über den Kopf, noch mehr als ich es eh schon gewohnt bin. Ich bin so allein und verloren wie noch nie in meinem Leben, und ich habe wirklich schon genug "dunkle" Zeiten durchgemacht. Aber ich fang einfach mal von vorn an.

Seit ich denken kann, lebe ich täglich in Angst. Ich habe als Kind immer geglaubt, dass es allen so geht, aber merke langsam, dass das nicht der Fall ist. Ich habe mich immer vor Menschen gefürchtet, wobei das jetzt nicht direkt das Wort ist was ich suche. Nie wusste ich, wie man mit Menschen umgeht, wie man ein Gespräch führt, wie man sich verhält. Ich war immer ein sehr, sehr stilles Kind, hab mich in der Schule nie gemeldet, kaum gesprochen, weil ich einfach die Erfahrung gemacht habe, dass alles was ich sage, anders aus meinem Mund kommt, wie ich es mir gedacht habe, oder anders interpretiert wird. Nie habe ich geschafft, meine eigene Meinung so rüberzubringen, wie ich wollte. Und egal was ich tat, meine Mitschüler haben mich immer komisch gefunden, oder einfach ncht wahrgenommen. Es gab in der Grundschule zwei Mädchen, mit denen mich trotzdem eine Art Freundschaft verband, sie waren Aussenseiter, genau wie ich. Eine von ihnen zog bald weg, und ich hatte nie wieder Kontakt zu ihr. Das war wohl das erste Mal wo ich so richtig gemerkt habe, dass ich Leute mehr brauche als sie mich. Ich habe dieses Mädchen so unglaublich vermisst. Mit dem anderen Mädchen, Luisa, bin ich dann aufs Gymnasium gekommen, wir waren in der gleichen Klasse und vom ersten Tag an die totalen Aussenseiter. Wir wurden wie Dreck behandelt, vor allem Luisa, die sich mit ihrer etwas gewöhnungsbedürftigen Art schnell "Feinde" gemacht hat. Wir wurden zwar nie drastisch gemobbt, aber die Blicke voller Abscheu, die Gerüchte, und die Spitznamen die sie uns gaben reichten schon, damit ich auch noch das letzte bisschen Selbstwertgefühl verlor. Ich wusste einfach nicht, was falsch an mir war, und immer noch begleitete mich diese ständige Angst, von Mitschülern ausgelacht und verurteilt zu werden. Immer wenn ich aufgerufen wurde lief ich rot an und verwandelte mich in ein absolutes Häufchen Elend, unfähig zu sprechen und zu denken. Referate zu halten war die absolute Hölle. Meine Mutter war immer der Meinung ich sei halt ein schüchternes und stilles Mädchen, aber es ging weit über Schüchternheit hinaus, ich hatte jeden Tag regelrechte Panikattacken. Wie schlimm es war, ist mir auch alles erst viel später klargeworden.

Ich hatte zwar Luisa, aber unsere Freundschaft war nicht leicht, da wir kaum gleiche Interessen hatten. Sie war laut und energisch, ich war still, in mich gekehrt und wollte die meiste Zeit einfach nur meine Ruhe von der Welt haben. Wir haben uns verdammt oft gestritten.

Meine Lage an dieser Schule besserte sich, als unsere Klassen neu gemischt wurden und Luisa und ich in unterschiedlichen Klassen landeten. In der neuen Klasse begann ich mich mit einem Mädchen anzufreunden, die neu an die Schule gekommen war, also noch nicht wusste was für einen Ruf ich hatte. Da sie auch eher still und in sich gekehrt war, gaben es die beliebten Mädchen schnell auf, sie davon zu überzeugen, dass ich keine Freundschaft wert war, sondern stempelten sie schnell als Langweilerin ab.

Ganz ehrlich, ohne dieses Mädchen hätte ich die Mittelstufe sicher nicht überlebt. Wie waren zwar nicht eng befreundet und sahen uns auch außerhalb der Schule nie, aber wenigsten konnten wir in den Pausen zusammenstehen. Was dazu führte, dass Luisa verdammt eifersüchtig auf sie und auch auf mich wurde, in Luisas Klasse ging es ihr nämlich nicht besonders gut.

In der zehnten Klasse hörte Luisa auf, regelmäßig zur Schule zu kommen. Scheinbar hatte sie eine regelrechte Angst vor ihrer Klasse entwickelt und war wohl auch in psychologischer Behandlung. Sie wechselte dann die Schule und geht jetzt auf eine Privatschule, an der sie einen Haufen neue Freunde gefunden hat und wir haben so gut wie jeden Kontakt verloren. Das macht mich ziemlich traurig, da wir uns seit der ersten Klasse kennen und viel zusammen durchgestanden haben. Aber sie braucht mich wohl nicht mehr.

Als ich in der Oberstufe kam, war ich so verdammt allein. Mit dem Mädchen dass ich kannte, hatte ich sogut wie keine Kurse zusammen und wir verloren unseren eh ziemlich losen Kontakt.

Ich hatte niemanden mehr. Obwohl ich ja mittlerweile schon fast erwachsen war, fühlte ich mich innerlich immernoch wie dieses ängstliche kleine Kind, dass ich war, und wohl immernoch bin.

Alles verschlimmerte sich. Ich hatte seit ich zwölf war immer wieder mit selbstverletzendem Verhalten zu kämpfen und jetzt in der Oberstufe, wo ich mich eigentlich auf meinen Abschluss konzentrieren sollte, ging es mir so beschissen wie noch nie. Außerdem fing ich an zu rauchen, nur damit ich in den Pausen "etwas zu tun" hatte und die anderen mich in Ruhe ließen. Was nicht funktionierte. Sagen wir dreiviertel der Oberstude ignorierte mich und die meisten kannten wohl noch nichtmal meinem Namen. Die, die mich kannten allerdings, schienen wirklich nicht erwachsen geworden zu sein. Immernoch wurden Gerüchte über mich verbreitet. In jeder Freistunde beeilte ich mich, weg aus dieser Schule zu kommen, ich trieb mich überall rum, tat alles außer für die Schule zu lernen. Meine Selbstmordgedanken kamen zurück, an einem Tag war ich kurz davor, mir auf der Schultoilette die Pulsadern aufzuschneiden, wollte aber nicht als das Mädchen, das sich umgebracht hat in Erinnerung bleiben. Vor allem nicht auf dem Klo, ein bisschen Ehre hatte ich dann doch noch. Das hört sich wahrscheinlich alles etwas übertrieben an, ich wurde ja schließlich nicht richtig gemobbt und eigentlich sollte ich ja ans Alleinsein gewohnt sein. Aber hinzu kamen familiäre und gesundheitliche Probleme, die mich belasteten und über die ich mit niemandem reden konnte. Irgendwann fing ich an die Schule zu schwänzen und die paar Lehrer, die mich noch nicht aufgegeben hatte, bekamen auch genug von mir. Meine Noten wurden immer schlechter und meine Motivation immer kleiner. Es kostete unglaublich viel Überwindung, überhaupt noch in die Schule zu gehen. In den meisten Fächern kam ich überhaupt nicht mehr mit und es war ja auch nicht so als ob ich dort irgendwelche Freunde hätte.

Jetzt schreibe ich in drei Wochen Abitur und ich bin mir noch nichtmal sicher, ob ich es bestehen werde. Ich habe absolut keine Ahnung, wie ich soweit gekommen bin. Ich weiß, dass wenn ich das Abitur nicht bestehe, das den letzten Anstoß geben wird. Ich werde noch tiefer fallen und mit sehr großer Wahrscheinlichkeit versuchen, mich umzubringen. Soweit kenn ich mich mittlerweile. Da ich aber so depressiv bin, dass mein Hirn an manchen Tagen ja auch wirklich sterben will, und ich außerdem absolut keine Ahnung habe, was ich anfangen sollte, wenn ich mein Abitur doch hätte, habe ich absolut keine Motivation, um für die Prüfungen zu lernen. Außerdem hab ich soviel verpasst, dass es ein unglaublicher Aufwand ist, das jetzt alles nachzu lernen, ich hätte vor allem viel früher anfangen sollen. Ich bin gerade komplett zwiegespalten. An manchen Tage hasse ich mich dafür, so faul zu sein, will meine Bücher nehmen und bis in die Nacht lernen, aber ich habe auch Momente, da will ich alles hinschmeißen, meine Mitschüler und meine Mutter einfach nur anbrüllen und abhauen, egal wohin, nur weg aus dieser beschissenen Stadt. Aber irgendwie überwiegt keine dieser beiden Seiten. Stattdessen lebe ich irgendwie in der Schwebe. Während alle anderen ihre Zukunft planen und organisieren, sich an Unis anmelden oder Flüge sonst wohin buchen, sitze ich in meinem Zimmer und verbringe meine Zeit mit absolut belanglosen Dingen. Verdränge alles, was eigentlich wichtig wäre. Und manchmal, wenn mir mal wieder bewusst wird, wie allein und verloren und planlos ich eigentlich dastehe, breche ich zusammen und weine oder schlage mit den Fäusten gegen die Wände. Es macht mich so wütend zu wissen, dass niemand bemerkt, wie scheiße es mir geht, obwohl es so verdammt offensichtlich ist, da ich noch nie eine besonders gute Schauspielerin war. Die Lehrer tun so, als wäre es nicht ihre Verantwortung und es gäbe eh niemanden von ihnen, dem ich vertrauen würde. Freunde hab ich nichtmehr und meine Mutter hat selbt zu viel um die Ohren, um zu merken, wie ich langsam innerlich verrotte.

Ganz ehrlich, ich weiß einfach nicht, wohin mit mir, denn ich hab wie gesagt nie erwartet so weit zu kommen. Seit ich circa elf bin, hab ich immer damit gerechnet, mich demnächst umzubringen oder abzuhauen. Erwachsen zu werden überfordert mich total. Ich weiß nicht wie ich je alleine leben sollte, ich kann mich überhaupt nicht um mich selbst kümmern. Außerdem, selbst wenn ich meinen Abschluss schaffen würde, weiß ich nicht was ich machen sollte. Es gibt nichts, was ich gut kann. Ins Ausland geht wegen unserer finaziellen Lage auch nicht, außerdem wäre ich wegen meiner Panikattacken und Depressionen wohl kaum in der Lage, unabhängig irgendwo zu leben. Ich weiß auch nicht wie mich jemals jemand lieben könnte, wie soll man ein Mädchen lieben, dass sich selbst hasst und den kompletten Glauben an die Menschheit verloren hat. Ein hässliches, unfähiges, dickes Mädchen, dessen Körper von Narben und blauen Flecken bedeckt ist.

Ich weiß einfach nicht weiter. Ich glaube ich will nicht sterben, aber ich will auch nicht mehr leben.

Ich weiß auch nicht was ich mir davon erwarte, das hier zu schreiben und abzuschicken. Aber ich werde es trotzdem tun.

Vielen Dank fürs lesen, ich weiß, es ist warscheinlich sehr verwirrend geschrieben und irgendwie komme ich nicht zum Punkt. Trotzdem danke.

 

Schritt für Schritt...

Liebe Laura (ich habe deinen und die anderen erwähnten Namen für die Gewährleistung der Anonymität abgeändert)

Erst einmal möchte ich dir sagen, dass ich es toll finde, dass du dich bei uns gemeldet hast - du darfst dich jederzeit an uns wenden! Bestimmt hat es viel Mut und Überwindung gekostet uns von deinen Erfahrungen zu berichten und darauf kannst du wirklich stolz sein! Nicht jeder schafft den Schritt jemandem von seiner Situation zu berichten und darüber zu schreiben und ich möchte dir dazu gratulieren, dass du diesen ersten Schritt bereits gewagt und super gemeistert hast!

Es tut mir sehr leid, dass du so viel durchmachen musstest und noch immer durchmachst. Niemand sollte so leiden müssen - das hast du nicht verdient! Ich möchte, dass du weisst, dass nichts von alle dem deine Schuld ist! Du bist nicht verantwortlich dafür, dass die Leute dich wie Dreck behandeln! du bist nicht verantwortlich dafür, dass du dich wie ein Häufchen Elend fühlst und dir deine Mitschüler noch das letzte bisschen Selbstwertgefühl abverlangt haben! Du hast keine Schuld daran! Und auch wenn du dich von niemandem ernst genommen fühlst - ich nehme dich ernst, sehr sogar! Und es ist mir sehr wichtig, dass du dich jemandem mitteilen kannst. Schön, hast du dich bei uns gemeldet!

Für mich klingt es so, als stündest du enorm unter Druck. Du fühlst dich sehr alleine und verloren und wirst von anderen Menschen einfach als schüchtern eingeschätzt, obwohl noch viel mehr in dir steckt als nur Schüchternheit. Du fühlst dich von deiner Freundin verlassen, beschreibst gesundheitliche und familiäre Probleme, die dich zusätzlich belasten und es ist absolut verständlich, dass du so den Mut und die Kraft verlierst und nicht mehr weiter weisst. Wenn ich in deiner Situation stecken würde, ginge es mir bestimmt genauso und es ist auch verständlich, dass die Aufmerksamkeit in der Schule und somit auch die Noten nicht mehr dieselben sind, wie früher. Doch hey... du hast es trotz allem so weit geschafft, wie du jetzt bist. In drei Wochen schreibst du Abitur und ich finde es bemerkenswert, wie weit du schon gekommen bist. Du hast nicht aufgegeben, hast gekämpft, auch wenn es alles andere als einfach war! Gratulation und weiter so!

Vorneweg möchte ich dir sagen, dass du mit all dem, was gerade um dich passiert, sehr viel Druck auf dir liegt und dass es verständlich ist, dass du nicht weisst, wo du anfangen sollst diesen Berg "abzutragen". Das Rezept hierfür: Step by step - Schritt für Schritt! Du kannst nicht alles gleichzeitig machen und dich an einem Tag um alles kümmern. Deswegen mein Rat: Eins nach dem anderen. (Und eins nach dem anderen werde ich nun auch auf einzelne Punkte eingehen, ok?)

Es ist verständlich, dass dir das Abi zu schaffen macht und du Angst davor hast, zu versagen. Doch wie bereits geschrieben... du hast es schon so weit geschafft! Du packst diese letzten drei Wochen auch noch!! Ich gebe dir Recht: Es wäre bestimmt viel einfacher, wenn man einen Plan hätte, was man nach dem Abi machen möchte, da einen das zusätzlich motivieren kann sich hinter die Bücher zu setzen und zu lernen. Doch ich bin überzeugt, dass du deinen Weg gehen wirst! Es gibt viele Schüler, die noch nicht wissen, was Sie nach dem Abitur machen möchten, da bist du nicht die Einzige. Für solche Fälle gibt es z.B. Berufsberatungsstellen, die dir weiterhelfen können. Du kannst dich an sie wenden und sie werden dir helfen einen passenden Beruf/eine passende Ausbildung für dich zu finden - etwas, was dir Spass macht und dich motiviert. Manchmal, wenn man vor so einem grossen Berg an Ballast steht, weiss man gar nicht recht wo man anfangen soll und man sieht viele Möglichkeiten, die man hätte, gar nicht mehr, weil dieser grosse Klotz im Weg steht und einem die Sicht verdeckt. Doch vergiss nicht: Du bist nicht alleine! Lass dir helfen - solche Beratungsstellen sind dafür da, unentschlossenen Menschen aufzuzeigen welche Möglichkeiten sie haben. Bestimmt ist da auch etwas Spannendes für dich dabei. (Wenn du lieber nicht mit zu vielen Menschen arbeiten möchtest und lieber eine ruhigere Umgebung hast, dann gäbe es z.B. Berufe im Tierbereich, oder in Branchen mit weniger Kundenkontakt etc. Wenn du dich aber selber aus der Reserve locken möchtest, dann findet sich auch ein toller Beruf in einem Berufsbereich mit mehr Menschenkontakt. So oder so, die Beratungsstelle kann dir diesbezüglich weiterhelfen.) Schau doch nach dem Abi mal dort vorbei.

Du schreibst, dass du dich, obwohl du eigentlich schon erwachsen bist, noch immer wie ein ängstliches Kind fühlst. Ich verstehe sehr gut, was du damit meinst und es ist verständlich, dass du dich in deiner Situation hilflos fühlst und auch Angst hast. Du hast so viel durchgemacht und viele unschöne Erfahrungen gemacht - da ist es verständlich, dass du dich überwältigt und machtlos fühlst. Und da ist es auch verständlich, dass es Tage gibt, an denen du am liebsten einfach alles hinschmeissen und abhauen möchtest, du zusammenbrichst und weinst.

Du sagst, dass es dich wütend macht, dass niemand zu merken scheint, wie es dir eigentlich geht, obwohl das deiner Meinung nach eigentlich offensichtlich sein müsste, da du keine gute Schauspielerin seist. Nun, das ist manchmal so eine Sache... Weisst du, wenn Leute einmal das Gefühl haben "dieses Mädchen war schon immer etwas schüchtern und in sich gezogen", dann führt das oftmals dazu, dass sie gar nicht mehr genauer hinschauen und dieses voreilig gemachte Bild hinterfragen. Nicht, dass das richtig wäre, doch so funktioniert der Mensch leider oftmals. Was ich damit sagen möchte ist, dass auch wenn es für dich ganz offensichtlich ist, heisst das leider nicht, dass es für andere genauso offensichtlich ist. Ich fände es deshalb ganz wichtig, dass du dich jemandem mitteilst. Ich verstehe, dass du nicht das Gefühl hast, dass es viele Leute um dich gibt, denen du dich anvertrauen kannst. Du schreibst auch, dass deine Mutter nicht so viel Zeit hat, doch ich bin überzeugt, dass wenn du ihr sagst, wie du dich fühlst und wie es dir geht, sie sich die Zeit nimmt und dir zuhört. Wenn dir aber lieber ist, mit jemandem zu sprechen, der "unabhängig" ist, würde ich dir raten, dich einem Vertrauenslehrer oder einem Sozialarbeiter deiner Schule anzuvertrauen und ihm/ihr über deine Situation und deine Probleme zu sprechen.

Eine weitere Option wäre, dass du dich einem Therapeuten/einer Therapeutin anvertraust. Das fände ich persönlich sogar eine sehr gute Option, denn deine Ängste und Panikattacken, die du beschrieben hast, haben einen Ursprung. Findet man diesen Ursprung, können sie sehr gut behandelt und zum verschwinden gebracht werden. Dabei und auch bei familiären Problemen kann dir ein externer Therapeut eine sehr gute Stütze sein. Berichte ihm auch von deinen Freundschaften, deinen Erfahrungen in der Schule und Zuhause. Mit einem Therapeuten hättest du jemanden, dem du dich anvertrauen kannst, der dich unterstützt und begleitet, dir mit deinen Sorgen und Ängsten hilft und für dich da ist. Du musst da nicht alleine durch! Wenn du das Gefühl hast den Halt zu verlieren, zu schweben und gar ganz tief zu fallen... lass dich auffangen! Du hast schon so viel Zeit und Kraft aufgebracht um dort hin zu kommen, wo du heute stehst. Du hast einen weiten Weg hinter dir und hast das alles alleine geschafft. Nun ist der Zeitpunkt gekommen dich unterstützen zu lassen und deine Last auf zwei Rücken zu verteilen. Bestimmt fällt dir der Weg mit weniger Gepäck auf deinen Schultern leichter. Auf folgenden Links kannst du dich nach einem guten Therapeuten erkundigen.

Schweiz: http://www.psychotherapie.ch/content/d/thv/index.php?N1=Therapieplatzvermittlung

Deutschland: http://www.therapieplaetze.de

Österreich: http://www.psychotherapie.ch/content/d/thv/index.php?N1=Therapieplatzvermittlung

Auch, was du mit Luisa und deiner anderen Freundin erleben musstest, tut mir von Herzen leid. Es muss sehr schwierig gewesen sein eine weitere Freundin zu verlieren und sich allein gelassen zu fühlen. Niemand sollte solche Erfahrungen machen müssen. Auch, dass du begonnen hast zu Rauchen, nur damit du in den Pausen etwas zu tun hattest, dich selbst verletzt hast und dir beinahe das Leben nehmen wolltest, tut mir sehr leid. Ich bin mir sicher, dass es viel braucht, bis man an einen solchen Punkt gelangt und es tut mir leid, dass es dich so weit gebracht hat, dass du das Gefühl hattest, es gäbe keinen anderen Ausweg mehr. Doch hier muss ich dir ganz dringend widersprechen! Es gibt immer einen Ausweg und ich finde es wichtig, dass du das weisst! Ich finde es toll, dass du es nicht getan hast und den Entschluss gefasst hast, nicht aufzugeben. Weiter so! Gib nicht auf! Ich bin überzeugt, dass du es packen wirst! Kämpfe weiter - und kämpfe mit Unterstützung!

Und lass dir von niemandem einreden, was du bist oder was du nicht kannst! Du bist ganz bestimmt kein unfähiges Mädchen! Du hast (und das mit einem grossen Rucksack voller Steine) einen so weiten Weg zurückgelegt, hast Hindernisse überwunden und dich dort hin gekämpft, wo du heute bist! Lass dir von niemandem einreden du wärst unfähig oder schwach! Du machst mir den Eindruck, als wärst du eine ganz tolle, junge, starke Frau, die mehr als nur fähig ist. Du machst mir einen sehr reifen und durchdachten Eindruck und ich wünschte, dass noch viele andere Menschen "hinter die Fassade blicken" könnten und dich nicht einfach als schüchternes Mädchen sehen. Du bist toll, so wie du bist und du wirst deinen Weg gehen, da bin ich überzeugt! Doch lass dich dabei unterstützen und kämpfe nicht alleine weiter!

Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und grüsse dich.

Ronja

 

 


Rubrik: mich selber sein Sterben Selbstmordgedanken

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